In der Flut der Neuheiten der Essener Spielemesse übersieht man kleine Schätze wie die kunstvollen Steffen-Spiele leicht. Die Nachricht vom Rückzug des Verlegers war daher ein Schock für Fans. Doch die Rettung folgte prompt: Der Schweizer Verlag Helvetiq übernahm und führt die Reihe ansprechender Spiele fort.
Coloro hat alle typischen Merkmale, die diese Serie kennzeichnet. Eine kleine, quadratische Schachtel, die schlicht und ohne Firlefanz gestaltet ist. Sie zeigt bunte Quadrate mit stilisierten Origamifiguren: Von sehr einfachen Faltvorlagen, etwa einem Schiffchen, bis zur sitzenden Katze oder der schwimmenden Gans. In gleichen Farben finden sich alle Bilder des Titels wieder als matt lackierte Holzchips in einem Säckchen. Dann zeigt sich, dass die Origamielemente fein aus dem Material gelaserte Abbilder sind. Gleiche Farben, gleiche Figuren.
Das Spiel ist bestechend einfach. Die kleinen Kacheln werden ohne Spielplan locker als sechs-mal-sechs Areal gelegt. Ein weiterer Stein mit Doppelpfeil erlaubt, aus der angedeuteten Richtung einen beliebigen Stein zu nehmen. An die Leerstelle kommt der Doppelpfeil, der nun um 90 Grad gedreht wird. Die beiden Spieler bilden vor sich sechs Stapel mit erbeuteten Steinen. Wer den höchsten Stapel hat, gewinnt. Verblüffend einfach, spielt sich aber recht raffiniert.
Coloro von Ralf zur Linde, Illu.: Ewelina Proczka, Helvetiq, 2 Sp. ab 8 J., ca. 15 Min., ca. 25 €, steffen-spiele.com

