Nicht nur bei uns, sondern vor allem in Japan sind Kois, bunte Schmuckkarpfen, begehrt und teuer. Deshalb schafft sich Prestige und Anerkennung, wer den schönsten Teich anlegt, ihn mit kleinen und großen Kois bestückt und das Drumherum mit gestaltungssicherem Sheng-Fui anlegt.

Auch wenn die Regel auf den ersten Blick recht lang erscheint, ist der Ablauf familiengerecht einfach: Ein Zug besteht immer nur aus meditieren oder arbeiten. Meditation bedeutet, aus einem Tableau eine von fünf offenen Karten zu nehmen, die im weiteren Verlauf Vorteile bringen. Die Mechanik ist raffiniert. Denn je länger eine Karte ausliegt, wobei sie immer weiter vorangeschoben wird, desto größer die Belohnung. Die Alternative, die Arbeit, bringt das Teichprojekt voran. Aus dem begrenzten Lagerraum legt man die Wasserfläche an, pflanzt Seerosen, setzt Kois aus, verschönert den Teichrand. Da hat man Spielraum, weil Aktionen erlaubt sind, bis die Ressourcen verbraucht sind. Auch über die Reihenfolge entscheidet der Spieler, der gerade am Zug ist.
Das spielt sich nicht nur ebenso leicht wie variantenreich, sondern ist auch ästhetisch reizvoll. Die Kois sind auf durchsichtiges Plastik geklebt und scheinen zu schweben. Fast so schön wie japanische Zierteiche.
Koi von Massimo Borzì et al., Illu: Emiliano Castellano, Red.: Wolfgang Lüdtke, Kosmos, 1 bis 4 Sp. ab 12 J., ca. 45 – 60 Min., ca. 28 €, kosmos.de